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Bücherbesprechungen |
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Gavalda Ana; Ein geschenkter Tag 2010, 978-3-446-23489-5, UVP CHF 22.90 Klappentext: Frühling, irgendwo in Frankreich, die Geschwister Simon, Garance und Lola auf dem Weg zu einer Hochzeit: Schon die Autofahrt mündet in einen handfesten Streit mit der Schwägerin. Kurzerhand machen sich die drei aus dem Staub, lassen die gediegene Familienfeier sausen und besuchen stattdessen den Bruder Vincent, der in der Provinz auf einem Schloss in der Touraine lebt. In ihrer heiteren, spritzigen Frühlingslektüre erzählt Anna Gavalda von einer überraschenden Landpartie, die den Geschwistern ein Stück Kindheitsglück zurückgibt: einen geschenkten Tag, fernab von Small Talk und Förmlichkeiten, voller Erinnerungen - und ohne nervende Schwägerin. Geist, Witz und trockene Ironie sind die Markenzeichen von Anna Gavalda. Hier beglückt sie uns mit einer entzückenden Sommergeschichte. Einmal alle Konventionen über Bord werfen, wie wir das konnten als wir jung und unbekümmert waren. Mal ganz ehrlich: am liebsten würde man es wirklich auch einmal tun. Nur einen kurzenTag lang……… v. Eve-M. Hoffmann, Bibliothekarin a.D. und Nische-Mitarbeiterin |
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Hersch Jeanne; Erlebte Zeit 2010, 978-3-03823-663-4, UVP CHF 38.00 Kurzbeschreibung: Jeanne Hersch ist uns als streitbare Philosophin und eine der ersten Professorinnen der Schweiz in Erinnerung. Nun können wir dank z. T. erstmals publizierten Texten aus dem Nachlass noch tiefer in ihr Denken eintauchen und stellen fest, dass ihre Themen erstaunlich aktuell sind. Die politische Frage nach einer funktionierenden Demokratie und einem Sozialismus mit menschlichem Antlitz stand für sie in einer engen Beziehung zur Frage nach der Erziehung junger Menschen zu freien, ihrer Verantwortung bewussten Bürgern einerseits und zur Frage nach dem Sinn des Lebens anderseits. Zentral war das Problem der Menschenrechte, mit dem sich Jeanne Hersch lebenslang auseinandergesetzt hatte. Eingeleitet wird das Buch durch den Rückblick einer ehemaligen Studentin auf Jeanne Hersch als Lehrerin (Monika Weber) und abgeschlossen durch eine Würdigung Jeanne Herschs als Philosophin (Annemarie Pieper). Am 13. Juli 2010 wäre der 100. Geburtstag von Jeanne Hersch. Ihr zu Ehren haben zwei ihrer ehemaligen Studentinnen aus ihrem Nachlass einen repräsentativen Querschnitt durch ihr philosophisches Denken zusammengestellt. Die erstaunliche Aktualität ihrer Texte verblüfft uns. Schrieb sie doch sowohl über die Demokratie in der Schweiz als auch über Menschenrechte im Allgemeinen. Da sie früher auch als Lehrerin und später als Professorin vorwiegend mit jungen Menschen zu tun hatte, sind ihre Gedanken über Erziehung zum Menschsein ein absolutes Muss. Wer sie persönlich einmal gehört hat, vergisst ihre Worte nie und ist ihr dankbar für jedes von ihnen. Eine Philosophin die uns Hoffnung macht für die Zukunft, auch wenn sie schon seit 10 Jahren tot ist. v. Eve-M. Hoffmann, Bibliothekarin a.D. und Nische-Mitarbeiterin |
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Weber Anne; Luft und Liebe 2010, 978-3-10-091046-2, UVP CHF 27.50 Klappentext: Wo die Liebe sich in Luft auflöst, fängt Literatur an: »Luft und Liebe« ist eine mitreißende Liebes- und Verratsgeschichte, ein großes literarisches Vergnügen. Die große Liebe - gibt es das? Anfang Vierzig und in Herzensdingen längst an das ganz normale Glück oder Unglück gewöhnt, begegnet sie in Paris einem nicht mehr ganz jungen Mann mit Bauchansatz, nach dem sich auf der Straße niemand umdrehen würde. Aber entgegen alle Erwartungen ist er der Mann, auf den die Heldin gewartet hat: Er ist zärtlich, aufmerksam und charmant, Hals über Kopf verliebt und verspricht ihr den Himmel auf Erden. Und um die Idylle vollkommen zu machen, lebt dieser Märchenprinz auf einem Schloss in der französischen Provinz. Zu schön, um wahr zu sein? Als die Träume - gemeinsames Leben, Hochzeit, Kind - Realität werden sollen, zerplatzen sie wie Seifenblasen. Und die mit großer Leichtigkeit und funkelnder Ironie erzählte Geschichte nimmt ein Ende mit Schrecken ... Anne Webers sprachliche Brillanz, ihre Fähigkeit, »auf leichte Art ernst zu werden« (Jochen Jung, Die Zeit) machen aus einer unerhörten Begebenheit einen doppelbödigen Roman. Was ist Liebe? Die Autorin versucht es uns mit einer Geschichte zu erklären, die sie – oder war es ihr alter ego, eine Art Zwillingsschwester?- erlebt hat. Wir verstehen also wie Liebe ist. Wir wissen auch, dass wir sie brauchen zum Leben. Wissen ist wohl nicht der richtige Ausdruck: wir spüren eher Liebe. Eben mit einer Geschichte ist Liebe viel besser definiert…und sie ist das Schönste. Das wissen wir. v. Eve-M. Hoffmann, Bibliothekarin a.D. und Nische-Mitarbeiterin |
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Sarid Yishai;
Limasol 2010, 978-3-0369-5554-4, UVP CHF 29.50 Kurzbeschreibung (Amazon): Yishai Sarid ist kein Gegner der harten Hand, wenn es um die Verteidigung Israels durch Mordkommandos des Geheimdienstes geht. Das machte der im Hauptberuf als Staatsanwalt tätige Israeli in einem Interview unmissverständlich klar. Der Held seines Roman-Debüts "Limassol" verliert aber gleich zu Beginn die Nerven. Immer wieder wendet der Agent des Inlandsgeheimdienstes Schabak Verhörmethoden an, die seit 1999 vom Obersten Gericht Israels für illegal erklärt wurden, weil sie schlicht Folter sind. Als er den Aufenthaltsort eines Selbstmordattentäters ermitteln soll, kommt ein Palästinenser bei einem Verhör ums Leben, und der Agent wird vom Dienst im Verhörraum suspendiert, die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Sarid hat den Druck, unter dem sein Protagonist steht, hervorragend herausgearbeitet. Sein Chef will Ergebnisse sehen, aber keinen durchdrehenden Brutalo. Und seine Frau sieht nur noch eine Rettung für die Ehe: Sie möchte Israel verlassen. Derweil steckt der Agent längst in seinem nächsten Fall, und der ist genau ein Fall zu viel. Undercover erwirbt er sich das Vertrauen der israelischen Schriftstellerin Daphna, weil die mit dem Vater eines palästinensischen Terroristen befreundet ist ... Lakonisch und knapp schildert Yishai Sarid eine israelische Gesellschaft, deren Mitglieder zwischen Selbstverteidigung und Rechtsstaat zerrieben werden. (jw) Ein israelischer Geheimdienstler erhält den Auftrag, einen todkranken Schriftsteller auszuspionieren, weil dessen Sohn ein Terrorist ist. Doch, je näher er der Wahrheit und der Liebe kommt, desto mehr zweifelt er an seinem Tun. Eigentlich ein Abbild der heutigen israelischen Gesellschaft: auf der einen Seite die Sorge um die Sicherheit des Landes, auf der anderen die Verpflichtung zur Menschlichkeit.Ein hartes Buch und der Zweifel bleibt. v. Eve-M. Hoffmann, Bibliothekarin a.D. und Nische-Mitarbeiterin |
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Rifkin, Jeremy: Die empathische Zivilisation -
Wege zu einem globalen Bewusstsein. 2010, 978-3-593-38512-9, UVP CHF 39.90 Klappentext: Jeremy Rifkin schreibt die Geschichte der Zivilisation neu und entwirft die Vision einer zukünftigen Ära. Der Schlüssel für unser Zusammenleben in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ist Empathie: die Gabe, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und bei allem, was wir tun, die Konsequenzen für andere zu bedenken. Wir sind nicht von Natur aus egoistische, aggressive Einzelkämpfer. Vielmehr sind Kooperation, Solidarität und Mitgefühl die Grundlagen unseres Zusammenlebens. Auch das menschliche Gehirn ist auf Vernetzung und Solidarität ausgelegt, wie die Neurowissenschaften bestätigen. Nach der Agrar- und der Industriegesellschaft prophezeit Rifkin eine neue Ära: den dezentralisierten Kapitalismus. Herausforderungen wie die globale Wirtschaftskrise und der Klimawandel zeigen: Entscheidend ist, auf Interessen und Positionen anderer einzugehen. Nur die Fähigkeit zur Empathie erlaubt es, der verstärkten Komplexität unseres Lebens Rechnung zu tragen. Der Autor, ein geübter Vordenker, überfliegt für uns die Geschichte der Zivilisation von den Mythen der Antike, bis hin zur Aera der Psychologie der Gegenwart. Die Geschichte der Wirtschaft sieht er in völlig neuer Perspektive: er betrachtet sie mit unser aller empathischem (=Einfühlungsvermögen mit dem Mitmenschen) Empfinden. Seine Kernfrage lautet mit seinen Worten: „Wie baut man eine zukunftsfähige globale Weltwirtschaft in einer Zeit auf, die vom Niedergang einer Energiewirtschaft geprägt ist, deren negative Auswirkungen auf die Umwelt ihre einst enormen Vorteile zu überwiegen beginnen?“ Ob er damit die stetig wachsende Migration als Folge der ökologischen Zerstörung oder den dezentralisierten Kapitalismus anspricht, er nennt die Probleme bei ihrem Namen. Die Erkenntnis ist, wie wir wissen, bereits Teil der Lösung. Hoffen wir doch, dass ihr auch Taten folgen mögen....Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. v. Eve-M. Hoffmann, Bibliothekarin a.D. und Nische-Mitarbeiterin |
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