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Bücherbesprechungen |
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Achilles Achim; Der Vollzeitmann
– Wie wir unser eigenes Leben zurückerobern 2009, 978-3-517-08531-9, CHF 33.90 Klappentext: Achim Achilles - der Mann, der nicht nur läuft ... Nie in der Geschichte der Menschheit steckte der Mann in derart vielen Krisen wie zu Beginn des dritten Jahrtausends. Die moderne Frau ernährt sich selbst, weiß den Akkuschrauber zu führen und lässt in Reagenzgläsern mannfrei befruchten. Das Land sehnt sich nach echten Kerlen, aber sie dürfen weder riechen, noch schreien und erst recht nicht autoritär sein. Die Emanzipation hat stolze Krieger in verunsicherte Schluffis verwandelt. Der Mann ist nur mehr da, um herumkommandiert zu werden. Was bleibt, ist die männliche Identitätskrise: Was kann Mann machen? Wo kommt er her? Wo will er hin? Achims Botschaft: Rückeroberung des eigenen Lebens, egal welcher soziodemographischer Herkunft. Wenn ihr Frauen uns unser Leben nicht zurückgebt, dann holen wir es uns eben! Ein Buch für ein Land, das seit 30 Jahren ausdauernd darüber diskutiert, wie Männer auf gar keinen Fall sein dürfen. Was nie gesagt, aber oft gedacht wird: heutzutage ist es anscheinend schwer ein Mann zu sein…. Nie in der Geschichte der Menschheit steckte der Mann in derart vielen Krisen wie zu Beginn des dritten Jahrtausend. Das behauptet der Autor. Er sagt noch Böseres, dieses aber bitte im Buch. Obwohl die meisten Geschichten über Männer – laut Statistik – von Frauen gelesen werden, ist dieses Buch für alle mehr als aufschlussreich. Für Männer geradezu ein Aufsteller. Hier wird ihr tägliches Leben in süffisanter Manier ober- und unterhalb der Gürtellinie amüsant erzählt, sonst nichts. Geben wir Ihnen doch „Gedankenfreiheit“! v. Eve-M. Hoffmann, Bibliothekarin a.D. und Nische-Mitarbeiterin |
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Al-Aswani, Alaa;
Ich wollt’, ich würde Ägypter 2009, 978-3-85787-404-8, CHF 34.80 Klappentext: "Ich wollt', ich würd' Ägypter, wenn ich's nicht schon wär'." Mit diesem berühmten Zitat von Mustafa Kâmil, der vor hundert Jahren für die Unabhängigkeit seines Landes von den Briten eintrat, beginnen "Die Aufzeichnungen des Issâm Abdalâti" in Alaa al-Aswanis neuestem Buch. Im Mittelpunkt steht ein desillusionierter junger Mann, der für die vermeintliche Erhabenheit der Ägypter nur Hohn übrig hat: In Wahrheit seien seine Landsleute feige und scheinheilig, böse und gemein, träge und gehässig. Ein intelligenter, begabter Mensch wie Issâm, der sich nicht anpassen will, ist zwangsläufig zum Aussenseiter das ein verdammt. - Der erfolgreichste arabische Autor der Gegenwart seziert und entblösst mit schonungsloser Ironie ein weiteres Mal die moderne ägyptische Gesellschaft und die Gewalttätigkeit, die Heuchelei und die allgegenwärtige Korruption in ihr: eine Gesellschaft voller Widersprüche, ein Land am Scheideweg. Auch die weiteren Erzählungen, die der vorliegende Band versammelt, fördern Schmerzvolles, Tabuisiertes zutage: eine Frau, die sich zur Abtreibung genötigt sieht, weil ihr Freund sie nicht heiraten will; ein unsportlicher Junge, der zum Gespött seiner Mitschüler wird; und schliesslich die berührende Geschichte von einem gehbehinderten Kind, das bei einer halsbrecherischen Fahrradfahrt alle Traurigkeit verliert. Kleine Szenen aus dem ägyptischen Alltag, die die dortige Gesellschaft entblössen sollten. Ihre Veröffentlichung wurde von der ägyptischen Zensurbehörde verboten. Ein intelligenter gebildeter Mensch, der sich lieber nicht anpassen möchte, kommt in die verzwicktesten Situationen. Lieblich beschriebene Menschlichkeit, solange man nicht an der Oberfläche kratzt und es nicht versteht zwischen den Zeilen zu lesen… und wir verstehen das wirklich nicht: nur orientalische Leser können das … Geliebt wird das Buch von Vielen, wenn auch nicht aus dem gleichen Grund … v. Eve-M. Hoffmann, Bibliothekarin a.D. und Nische-Mitarbeiterin |
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Le
Clésio Jean-Marie Gustave; Lied vom Hunger 2009, 978-3-462-04136-1, CHF 28.90 Klappentext: Der neue Roman des aktuellen Literatur-Nobelpreisträgers - eines seiner schönsten Frauenporträts (Le Monde). Hunger ist die Grundmelodie ihres Lebens. Ethel lernt ihn während des Zweiten Weltkriegs kennen, aber nicht nur den Hunger nach Brot, sondern auch den nach Glück, nach Gerechtigkeit und Wahrheit. J.M.G. Le Clézio erzählt in diesem ungewöhnlichen Roman von einer jungen Frau, die in Zeiten des Hungers zur Heldin wird. Ethel Brun wächst zwischen den beiden Weltkriegen in Paris auf. Mittelpunkt der Familie Brun, die von der Insel Mauritius stammt, ist Ethels Vater Alexandre, ein schwadronierender Schönling. Er lebt grossspurig von seinem Erbe und schwafelt von der Vergangenheit. Die Gegenwart wird zunehmend bestimmt von nationalistischen und antisemitischen Tönen in Frankreich. Ethel leidet vor allem unter der unglücklichen Ehe der Eltern und dem ständigen Streit um Geld, denn Alexandre hat sein Vermögen verschleudert. Den drohenden Bankrott versucht er mit dem Geld, das Ethel von einem Onkel geerbt hat, abzuwenden. Vergeblich. Ethel, kaum zwanzig Jahre alt, erkennt, dass sie die Verantwortung für die Familie übernehmen muss. Couragiert kümmert sie sich um die zerrütteten Finanzen und flieht mit den hilflosen Eltern in den Süden Frankreichs, nachdem die Deutschen Paris besetzt haben. In Nizza muss sie bittere Jahre des Hungers und der Demütigung durchstehen. Von ihren Eltern hat sie sich innerlich gelöst. Sie heiratet und wird nach Kanada auswandern, in eine Welt ohne Antisemitismus, ohne Kriege, ohne Hunger. Völlig unpathetisch, in einer klaren, poetischen Sprache entwirft Le Clézio das Bild einer dramatischen Zeit und einer unerschrockenen jungen Frau. In Frankreich wochenlang auf den Bestsellerlisten: 350.000 verkaufte Exemplare. Ethel, die Hauptperson stammt aus Mauritius. Ihre Eltern leben in ständigem Streit über Geld. Während des Zweiten Weltkriegers zieht die Familie nach Frankreich. Dort erlebt Ethel in ewigem Hunger bittere Jahre der Demütigung und Lieblosigkeit. Unpathetisch bietet sich uns das Bild einer dramatischen Zeit und einer jungen Frau, die diese schliesslich meisterhaft überlebt, indem sie nie aufgibt … v. Eve-M. Hoffmann, Bibliothekarin a.D. und Nische-Mitarbeiterin |
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Kaukoreit Volker (Hrsg.); Briefe von und an Erich Fried 2009, 978-3-8031-1265-1, CHF 28.50 Heitere, ernste, komische, wütende Briefe… Was niedergeschrieben ist, ist festgehalten. Gut aufbewahrt, bilden Briefe einen biographischen Bogen für den Menschen und die Zeit, in der er lebte. Auch Erich Fried, einer der begnadetsten Poeten des 20. Jahrhunderts hatte anscheinend grosse Schubladen in seinem Estrich. Volker Kaukoreit hat die wichtigsten Stationen aus dem Leben Fried mit einer Auswahl seiner Briefe belegt und präsentiert sie uns hier in einem reizenden, kleinen, manteltaschengerechten Bändchen. v. Eve-M. Hoffmann, Bibliothekarin a.D. und Nische-Mitarbeiterin |
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Gatti
Fabrizio; Bilal – Als Illegaler auf dem Weg nach Europa 2009, 978-3-88897-587-5, CHF 37.90 Klappentext: Bilal ist ein Illegaler, unterwegs auf einer der berüchtigtsten Transitrouten von Afrika nach Europa. Bilal ist Fabrizio Gatti, der renommierte italienische Journalist, der sich unter diesem Namen als Migrant unter die anderen gemischt hat, um zu erleben, was sie erleben, und davon zu erzählen. Von Dakar zieht er mit dem Flüchtlingsstrom bis in die Sahara; auf klapprigen Lastwagen durchqueren sie unter unvorstellbaren Entbehrungen die Wüste. Immer wieder werden sie überfallen. Schlepper und korrupte Polizisten wechseln sich darin ab, den Flüchtlingen ihre letzte Habe zu nehmen: Der moderne Menschenhandel entlang der neuen großen Trecks ist auch ein brutales, hochprofitables Geschäft. Viele stranden, manche Spur verliert sich für immer. Die es schaffen, die mit letzten Mitteln die Grenzen passieren, die gefährliche Überfahrt in viel zu vollen Booten übers Meer überleben, erwarten Auffanglager und brutale Abschiebung. Doch sie werden wiederkommen, solange sich das Elend in ihren Heimatländern nicht ändert. Die moderne Odyssee der neuen Arbeitssklaven hat gerade erst begonnen. Fabrizio Gatti ist, als Augenzeuge und Schriftsteller, ihr Chronist geworden. Bilal ist der renommierteste italienische Journalist, der sich unter diesem Namen als Migrant unter die anderen schwarzen, braunen und weissen Afrikaner gemischt hat, um zu erleben, was sie auf ihrem Weg erleben, und um davon zu berichten. Moderner Menschenhandel ist ein brutales, hochprofitables Geschäft, In ihren Heimatländern ist Armut Alltag. Ein unbeschreiblicher Kulturschock für jeden Europäer. Grund für die Odyssee unzähliger junger Arbeitssklaven, die für viel Geld, das sie dafür bezahlen müssen, nur weg wollen, um zu überleben. Fabrizio Gatti schreibt hier keinen Thriller, nur eine Chronik. Für Tiere gibt es in fast jedem Land Tierschützer. Für Menschen, mit denen Gatti gereist ist, nicht. Er hatte das Glück, mit zahlreichen Preisen für sein Buch versehen wieder in sein angestammtes Leben als Journalist zurückkehren zu können. Liest sich wie Thriller, ist aber die pure Wahrheit. v. Eve-M. Hoffmann, Bibliothekarin a.D. und Nische-Mitarbeiterin |
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